Editorial
Beste Bedingungen für den Wissensstandort Schweiz schaffen
Die grossen Herausforderungen in diesem Jahrhundert werden sein: Klimawandel, Nahrungsmittelknappheit, Migrationsströme, Überbevölkerung, eine zunehmende Überalterung der Gesellschaft sowie sinnvolle Beschäftigungen für alle. Politik, Wirtschaft und Bildungsinstitute werden darauf Antworten finden müssen. Deshalb gehören für mich Bildung, Forschung und Innovation zu den obersten Prioritäten der Schweiz. Wir werden diese Aufgaben nur dann bewältigen können, wenn wir in die «Matière grise» investieren und uns laufend optimieren. Die neue Hochschullandschaft ist ein wichtiger Pfeiler in unserem Bildungssystem und trägt den Bedürfnissen von Studierenden, Wirtschaft und Gesellschaft möglichst optimal Rechnung. Ich freue mich, dass Bund und Kantone erstmals und gemeinsam über alle föderalen Grenzen hinweg für einen qualitativ hochstehenden, koordinierten Hochschulraum sorgen wollen. Diese Umstrukturierung ist notwendig, herrscht heute doch eine über Jahre hinweg gewachsene Vielfalt. Derzeit werden insgesamt rund 7 Mrd. Franken jährlich in das Hochschulsystem Schweiz investiert; etwa 200000 Studierende schreiben sich jedes Jahr an einer Hochschule ein; über 40 Hochschulen oder hochschulähnliche Institute werden in unterschiedlicher Verantwortung von Bund und Kantonen geleitet. Die Vielzahl von Rechtsgrundlagen, Gremien und Organen erschwert eine koordinierte, effiziente und transparente Hochschulpolitik. Gleichzeitig haben sich die internationalen Rahmenbedingungen gewandelt. Der Wettbewerb unter den Hochschulen hat zugenommen; Studierende sind - dank Bologna - mobil. Wenn wir als Werk- und Forschungsplatz weltweit an der Spitze bleiben wollen, müssen wir Studierenden und Lehrpersonen beste Bedingungen bieten. Das neue Gesetz zur Förderung und Koordination des Hochschulwesens (HFKG) gewährleistet die Autonomie der einzelnen Institute einerseits sowie einen effizienten Mitteleinsatz, koordinierte Prioritätensetzung, Qualitätssicherung und Akkreditierung anderseits. Damit kann die Schweiz Leadership beweisen und im internationalen Bildungswettbewerb weiterhin vorne mithalten. Gefragt ist ein Hochschulsystem, das international wettbewerbsfähig ist. So schaffen wir die Grundlage dafür, dass die Hochschulen - zusammen mit der höheren Berufsbildung - auch in Zukunft ihre Aufgaben als Kaderschmieden für die Wissensgesellschaft und den Werk- und Forschungsplatz Schweiz übernehmen können. Sie müssen uns Lösungswege aufzeigen, die zur Bewältigung der grossen Herausforderungen dieser Welt nötig sind.

