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Editorial

Investitionen in gute Arbeitsbedingungen lohnen sich

Die Schweiz erfreut sich einer hohen Beschäftigungsquote und gut ausgebildeter Arbeitskräfte. Das sind entscheidende Faktoren für die Sicherung des Wohlstands und die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes. Die Wahrung dieser Vorteile wird in den nächsten Jahren wegen der Alterung der Bevölkerung noch an Bedeutung gewinnen. Das Arbeitskräftepotenzial ist in der Schweiz weitgehend ausgeschöpft. Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen bietet hier eine Chance. Die Beschäftigungsquote der Frauen liegt in der Schweiz im europäischen Vergleich sehr hoch, wobei sich Frauen oftmals mit Teilzeitpensen zufrieden geben müssen. In den Chefetagen sind sie deutlich untervertreten. Für hoch qualifizierte Ausländerinnen und Ausländer ist die Attraktivität der Schweiz wesentlich durch die Arbeitsbedingungen bestimmt. Ähnliches gilt für den Verbleib älterer Arbeitnehmender im Arbeitsmarkt. Diese sind häufig wegen gesundheitlicher Probleme nicht mehr arbeitsfähig, oft als Folge der Arbeitsbedingungen während ihres Berufslebens. Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sind deshalb wichtige Aspekte der Beschäftigungs- und Wachstumspolitik. Mangelhafte Arbeitsbedingungen führen zu Fehlzeiten und oftmals zu früher Invalidität. Das ist nicht nur menschlich untragbar, sondern hat auch negative Folgen für die Unternehmen und die Volkswirtschaft. Die Kosten belasten das System der sozialen Sicherheit und den Staatshaushalt. Der allgemeine Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ist im Arbeitsgesetz geregelt; die Oberaufsicht über den Vollzug obliegt dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO). Es ist unsere Aufgabe, den Schutz der Gesundheit laufend an die Entwicklung der Arbeitswelt und an neue Risiken anzupassen. Investitionen in den Gesundheitsschutz zahlen sich betriebswie volkswirtschaftlich aus. Sie bewirken eine Reduktion der Absenzen, fördern die Motivation und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten und sie helfen, die Arbeitsfähigkeit aller Mitarbeitenden zu erhalten und damit ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Arbeitsmarkt zu verhindern. Dass eine wirksame Prävention ohne übermässige administrative Belastung möglich ist, zeigt die Revision der ASA-Richtlinie zur Arbeitssicherheit, die im Einvernehmen mit den Sozialpartnern erarbeitet werden konnte.

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Dr. Serge Gaillard
Leiter der Direktion für Arbeit,Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), Bern



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